Wege aus dem Burnout

Der grundlegende Weg aus dem Burn-out – die Handlungskaskade

Der grundlegende Weg aus dem Burn-out hinaus, oder besser gar nicht hinein besteht darin Handlungen bewusst zu vollziehen. Eine bewusste Handlung beginnt damit, innezuhalten, um wahrzunehmen was in uns und um uns herum ist und setzt sich darin fort, über die angereicherte Wahrnehmung (z.B. meine Augen reiben) zu einer Einschätzung zu gelangen („ich bin müde“), um dann eine geeignete Handlung („Schlafen“) auszuführen und schließlich zu überprüfen, ob die Handlung Erfolg zeitigte („ich bin ausgeschlafen und erholt, meine Augen sind klar“). Wenn die Handlung nicht zu einer Lösung führte (Meine Augen reiben immer noch!“) gehen wir erneut durch die Schritte der Handlungskaskade, um eine passende Lösung zu finden: Wahrnehmung: die Augen reiben. Einschätzung: „Bindehautentzündung“, Ursache „zu grelles Licht“. Handlung: „Sonnenbrille“. Überprüfen: “Augen OK!” Hat gewirkt!”

Im Burn-out sieht das in meiner Abbildung dargestellt so aus:

Abb. 4-9:    Einfache Handlungskaskade im Burn-out

„Innehalten
Um die Handlungsschritte mit dem Wahrnehmen zu starten und nicht einfach ohne Sinne, sinnlos, gefühllos und kopflos handelnd loszurennen, bedarf es des Innehaltens. Mit Innehalten meine ich den bewussten Akt, Zeit und Raum dafür zu schaffen, sich für das Wahrnehmen und Einschätzen zu öffnen, um sich dann bewusst für eine Handlung zu entscheiden.

Vielleicht kennen Sie aus dem Sport (Basketball, Handball) die Möglichkeit des „Time-Out“, einer Auszeit. Beide Mannschaften haben die Möglichkeit, sich pro Spielabschnitt eine Auszeit zu nehmen. Diese nehmen sie sich, wenn sie „keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen“, „unterzugehen drohen“, „schlecht drauf sind“, „nichts mehr geht“, „der Gegner sie im Moment überrollt“. Sie nehmen sich die Auszeit, um letztendlich erfolgreich zu sein. Sie verschnaufen, atmen durch, besinnen sich, sammeln sich, stellen sich neu auf, stellen sich neu ein, richten sich anders aus, besinnen sich auf ihre Stärken. Dafür gibt es ein Zeichen, das der Trainer gibt: Es ist ein Kreuzzeichen, ein T. Er zeigt mit der linken Hand auf Brusthöhe vor sich eine waagrechte Fläche und in einem rechten Winkel dazu senkrecht mit der linken Hand mit den Fingerspitzen darunter auf die Handfläche.

(Bild: Rolf Balling, Stuttgart)

In meiner Praxis hat es sich bewährt mit Klienten das Innehalten und dieses Zeichen visuell und sensorisch einzuüben, sodass sie insbesondere in Stress- und Disstresssituationen einen Anker dafür haben, um inne zu halten, ihren Radar kreisen lassen, hinschauen, hinhören, fühlen, riechen, schmecken (Wahrnehmen), abwägen, einschätzen, sich ein eigenes Urteil bilden, sich Handlungsmöglichkeiten eröffnen, passende auswählen (Einschätzen), handeln (Handeln) und das Handeln genau nachverfolgen (Überprüfen) und wenn nützlich Anpassungen vornehmen.

Abb. 4-6: Innehalten und die Einfache Handlungskaskade (Schneider 2011, Abb.3)
                                                                                        (Schneider 2013)

Realität anerkennen

Das Mass finden

Nein sagen

Sich spüren

Grundbedürfnisse stillen

Gefühle leben

Die Persönliche Freiheit wiedergewinnen

Behandlung von Burn-out durch Fachleute

 „Menschen in einem Erschöpfungszustand brauchen von uns als  Fachleuten:

Unsere Präsenz (Da sein)
Wachheit und Konzentration
Ehrliches Interesse an Ihnen als Person und Individuum
Fürsorge
Halt und Richtung
Kreativ spielerischen und ehrlichen Kontakt
Information
Sorgfalt und Geschicklichkeit
und die Freiheit, für sich selbst zu entscheiden,                               was für sie das Richtige ist.“            (Schneider 2013)